Eine sehr eigenartige Sache

A German translation of “The Oddest Thing” by Rev. Güntzel Schmidt,  Pastor of the Evangelical Lutheran Landeskirche in Braunschweig and Klosterkirche Riddagshausen.

Wirklich, das ist eine eigenartige Sache.
Asche, mit Öl vermischt
auf Stirnen gestrichen
so spät am Tage.

Es wird wohl keiner
unser frommes Tun wahrnehmen
das sichtbare Zeichen
verschmilzt mit der Abenddämmerung
während wir heimgehen
unser Gesicht waschen
und schlafen gehen.

Die meisten Aschermittwochsgottesdienste finden früher statt.
Wir finden den Beweis morgendlicher oder mittäglicher Frömmigkeit
auf dem Gesicht von Kollegen und Freunden.
Manchmal sehen wir zweimal hin
“Du hast da was an der Stirn.”
Huch.
Der dunkle Aschefleck verwirrt uns zuerst
wir sind nicht gewohnt, ihn zu sehen
er kam von einer schmutzigen Hand.
Er tankte, er kratzte sich an der Stirn
ihre Hand muss die Seite ihres Autos gestreift haben, dann
schob sie ihr Haar zur Seite.

Es hat einen Grund, dass dieses Mal – dieser Schmutz – da ist.

Und was uns betrifft – es hat einen Grund, dass wir hier sind.
Egal, dass es spät
oder die Dunkelheit des Abendhimmels aschfarben ist
wir sind hergekommen, um uns zu erinnern
und um zu bereuen.

Wir sind hergekommen, um die alten Worte zu hören
Gedenke, Staub bist du
und zu Staub wirst du werden.
Wir sind gekommen, um unsere Kreuze abzuholen
um unsere Kreuze zu tragen, wo die Welt es sehen kann
wenn auch nur für einen Moment.

Gott sei Dank ist die Geschicht damit nicht zuende.

Wäre es nur die Asche,
wäre es nur die Reue,
wäre es nur eine Nacht, ausgesondert zum Sündenbekenntnis
wer würde kommen?
Wer will zu Leuten gehören, die sich selbst als schmutzig bezeichnen
die sich einmal im Jahr selber sagen, dass sie sterben werden?

Heute nacht tragen wir unsere Asche bei Tisch.
Obwohl wir mit dem Beweis unserer Schuld dastehen, der uns quer durchs Gesicht geschmiert wurde,
erinnern wir uns heute nacht an Gottes Gnade
erinnern wir uns an Gottes Barmherzigkeit
erinnern wir uns an Gottes Sehnsucht
uns zu reinigen
uns würdig zu machen
uns ganz zu machen.

So tun wir diese eigenartige Sache
spät am Tag
und Gottes Schachzug ist noch seltsamer
und mit der leisesten Berührung
das Öl, die Asche, der Schmutz unseres Lebens?
Restlos weggewischt.

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